Das Buch ist von zwei Kennern der ersten Entwicklungsdekaden gestaltet. Der Diplomat Gustav A. Sonnenhol war als Ministerialdirektor enger Mitarbeiter des ersten Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Walter Scheel, der ein eindrucksvolles Geleitwort beigesteuert hat. Nachdem Sonnenhol an dem Manuskript bis zu seinem Lebensende 1988 geschrieben hat, überarbeitete Dr. Rainer Barthelt, selbst seit 1962 im BMZ und zuletzt Subsahara-Afrika-Beauftragter, das Werk für den Leser von heute.
Beide Autoren haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Sie versuchen, dem komplexen Thema der Entwicklungspolitik umfassend gerecht zu werden. Dabei haben sie auch immer die außenpolitischen Aspekte im Auge. Kernpunkt ihrer Argumentation ist die - heute nicht mehr umstrittene - These, dass Entwicklungspolitik nur Erfolg haben kann, wenn die kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten des Partnerlandes Berücksichtigung finden. Auch wenn aktuelle Themen der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit, wie etwa die Budgethilfe, aufgrund der Entstehungsgeschichte des Buches nur eine untergeordnete Rolle spielen können, liest man das Buch mit Gewinn. Die silt vor allem für die Teile, in denen Sonnenhol über die entwicklungspolitischen Themen der fünfziger und sechziger JAhre berichtet. Man erfährt, dass das eine oder andere "aktuelle" Thema schon früher auf der internationalen Agenda stand. Der Leser wird so manche der dezidierten Positionen der Autoren vermutlich nicht teilen können, es schärft gleichwohl den Blick, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Gerhard Thiedemann (Zentrale Berlin)
Der Rezensent, Herr Thiedemann, ist Leiter des Grundsatzreferates Entwicklungspolitik (401).
| |